Zuletzt aktualisiert: September 16, 2021

Der geschäftliche Alltag kann in vielerlei Hinsicht schnell zur Herausforderung werden. Betriebliche Abläufe werden koordiniert, Personalentscheidungen getroffen und auch finanzielle Vorgaben festgelegt. In einem Betrieb, welcher Erfolg anstrebt, gehört die Koordinierung solcher und ähnlicher Aspekte zum Alltag – mit größerem Wachstum nimmt auch die Frequenz im Normalfall einigermaßen zu.

Damit jedoch eine erfolgreiche Ausrichtung garantiert werden kann, müssen diese Entscheidung wohlüberlegt getroffen werden. Nicht nur Vorteile dürfen gesehen werden – auch die Berücksichtigung etwaiger Risiken sind für die Zukunft des Betriebes ein wesentlicher Aspekt.
Je signifikanter die Auswirkung, umso mehr personelle Ressourcen sind dafür in der Regel nötig.

Zur Unterstützung werden auch immer mehr Tools angeboten. Nichtsdestotrotz gehört die mittlerweile etwas ältere SWOT-Analyse zu den sichersten und am häufigsten angewendeten Werkzeugen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die SWOT-Analyse dient zur Erforschung wichtiger Faktoren im unternehmerischen Umfeld. Sowohl interne Aspekte als auch Einflüsse von Außen werden berücksichtigt.
  • Die SWOT-Analyse dient lediglich als Richtwerkzeug für weitere Schritte. Konkrete Maßnahmen lassen sich daraus nicht ableiten.
  • Die Erstellung der SWOT-Analyse bringt einige Vorteile mit sich. Kaum ein anderes Analysewerkzeug schafft es, die Beleuchtung einer Vielzahl von Bereichen mit einfacher Visualisierung zu verknüpfen.

Definition: Was ist die SWOT Analyse?

Um wesentliche Entscheidungen fundiert treffen zu können, bedienen sich Unternehmer weltweit der sogenannten SWOT-Analyse. Es handelt sich hierbei um eine weit verbreitete Methode zur Erstellung von strategischen Entwicklungen. Sowohl das eigene Umfeld als auch Einwirkungen von außen werden dabei einer gründlichen Beobachtung unterzogen.

Der Einsatz der SWOT-Analyse ist nicht unbedingt an eine bestimmte Vorgabe vonseiten des Unternehmens gebunden. Unabhängig davon, welche Ziele formuliert worden sind, können die Vorteile dieser Anwendung als Richtungsweiser eingesetzt werden. Eine erfolgreiche Anwendung kann in weiterer Folge jedoch nur garantiert werden, wenn die gewonnenen Erkenntnisse möglichst zielführend umgesetzt werden.

Ratgeber: Fragen zur SWOT-Analyse, deren Antworten du unbedingt kennen solltest

Wie du nun bereits feststellen konntest, kann der Einsatz der SWOT-Analyse sich in vielerlei Hinsicht bezahlt machen. Wie in vielen Fällen ist es jedoch möglich, dass du wohl nur die grundlegenden Eckpunkte dieser Methode kennst. Damit auch dieses Werkzeug vielversprechend einsetzen kannst, wollen wir dir in weiterer Folge zusätzliches Hintergrundwissen zu dem Thema vermitteln.

Welche Bereiche umfasst die SWOT-Analyse?

Die SWOT-Analyse hat ihren auffälligen Namen aufgrund einer Abkürzung, welche die behandelten Teilbereiche umfasst. Diese Bereiche lauten wie folgt:

  • Strengths (Stärken)
  • Weaknesses (Schwächen)
  • Opportunities (Chancen)
  • Threats (Risiken)

In diesem Zusammenhang geht es, wie bereits zuvor angesprochen, sowohl um interne als auch externe Strukturen des Betriebs. Zum besseren Verständnis werden wir dir in weiterer Folge jeden Bereich etwas genauer abhandeln.

Stärken

Die Analyse der Stärken gehören zum Prozess der internen Evaluierung. Hier geht es darum herauszufinden, mit welchen positiven, schon bestehenden Eigenschaften ein zusätzlicher Vorteil erzielt werden. Hierbei kann es sich um sehr unterschiedliche Aspekte handeln.

Hohe Verkaufszahlen, ein schneller Vertrieb oder auch eine sehr zeitsparende Produktion können als Anreiz genutzt werden. Hier existiert grundsätzlich kein Richtig oder Falsch – ein positiver Aspekt des Unternehmens kann als positiver Richtungsweiser fungieren.

In Kombination mit den Stärken ist nicht nur eine eigene, subjektive Bewertung entscheidend. Hierbei sollte auch hinterfragt werden, in wiefern möglich Konkurrenten überholt werden. (Bildquelle: pixabay / PhotoMIX-Company)

Stärken müssen sich auch nicht zwangsläufig in Zahlen messen lassen. Einzigartige oder besonders günstige Ressourcen können ebenfalls dazu gezählt werden. Unter diesen Umständen ist zusätzlich die Frage nach einem „Unique Selling Point“ entscheidend. Ist ein solches Wiedererkennungsmerkmal nicht unbedingt vorhanden, sollten du und deine Kollegen die Philosophie des Unternehmens wohl etwas genauer hinterfragen.

Schwächen

Auch wenn dies möglicherweise einen unangenehmen Schritt darstellt, musst du im Rahmend er SWOT-Analyse auch mögliche Defizite analysieren. Bei diesem Schritt gilt es, das gesamte Unternehmen von oben bis unten bis ins Detail zu durchleuchten. Jeder Bereich wird dabei unterschiedliche Qualitätslevel aufweisen – deren Wert und somit Gesamteinfluss auf den gegenwärtigen Status musst du anschließend überprüfen.

Vorab gesetzte Benchmarks können als Richtlinie für den „Soll/Ist-Vergleich“ dienen.

Werden festgesetzte Werte mit dem tatsächlichen Output verglichen, kannst du das Ausmaß möglicher Schwächen noch deutlicher definieren. Wichtig sind in diesem Zusammenhang jedoch nicht nur verpasste Zahlen. Unter Umständen gibt es bestimmte Vorgänge, die gänzlich vermieden werden müssen.

In der Produktionskette, dem Vertrieb und weiteren Geschäftsbereichen hat sich möglicherweise ein Glied in die Kette gereiht, das den ganzen Prozess behindert. Um mögliche Schwächen auszuräumen, gilt auch diesbezüglich Wachsamkeit.

Chancen

Bei der Erkennung möglicher Chancen liegt die Konzentration hauptsächlich in Bereichen außerhalb des eigenen Betriebes. Hier geht es vor allem darum, dass du Trends innerhalb deines Zielmarktes rechtzeitig erkennst. Dabei können neue Vertriebswege, Produktvariationen und ähnliches zur Inspirationsquelle werden. Auch der Einsatz neuer Technologien solltest du im Auge behalten.

Chancen für das Unternehmen ergeben sich allerdings auch aus anderen Blickwinkeln. Gesellschaftliche Entwicklungen können ein Beispiel sein – ebenso wie neue bzw. angepasste Gesetzesentwürfe. Unter diesen Voraussetzungen steht es dir möglicherweise offen, neue Techniken oder Verfahren für deine Produktion einzusetzen. Damit es sich hier nicht um einen endlosen Aufwand handelt, solltest du dir zu diesem Zweck zusätzliche Personen für die Arbeit einteilen.

Risiken

Zu guter Letzt gilt es noch, mögliche Gefahren aus dem betriebsexternen Umfeld rechtzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren. Bei der Untersuchung jener Faktoren musst du die Technologie ebenfalls berücksichtigen.

Während Veränderungen in diesem Bereich dir durch Investitionen Vorteile verschaffen können, ist dadurch auch ein Verlust der Marktposition möglich. Aufgrund dessen solltest du stets im Blick behalten, welche Anforderungen in jedem Fall notwendig sind. In wieweit ein Absturz daraus resultieren kann, solltest du dir in etwa anhand des ehemaligen Handy-Big Players „Nokia“ vor Augen führen.

Des Weiteren solltest du dich auch versichern, dass deine Produkte zeitgemäß sind. Insbesondere im Lebensmittelbereich werden Marktvorteile oder -positionen vermehrt dadurch gesichert, dass auf ausgewählte Inhaltsstoffe verzichtet wird. Bist du in einer anderen Branche tätig, musst du diesen Grundsatz entsprechend auf deine Situation anwenden. Nur so ist es möglich rechtzeitig zu reagieren und ein wichtiger Vertreter deiner Nische zu bleiben.

Wie wird die SWOT-Analyse erstellt?

Um die SWOT-Analyse letztendlich praktisch anzuwenden, sind einige Teilschritte notwendig. Der erste Schritt ist eine möglichst gründliche Analyse von folgenden Bereichen:

  • Trends
  • Branchen
  • Kunden
  • Konkurrenz

Zu all diesen Teilbereichen müssen wichtige Fragen beantwortet werden. Geht es um Trends solltest du dich zwangsläufig nicht nur auf jene Veränderungen konzentrieren, die exklusiv für deine Branche gelten. Ein Wandel in der Demographie, ein verändertes Konsumverhalten sowie neue wirtschaftliche Rahmenbedingungen müssen in die Analyse einfließen.

In Sachen Konkurrenz solltest du dich primär mit Zahlen beschäftigen. Wie hoch die Marktanteile deiner Hauptkonkurrenten oder Marktführer sind, spielen bei der Planung eine entscheidende Rolle.

Ebenso entscheidend sind preisliche Entwicklungen. Sieh dir dein Umfeld genau an – zu hohe aber auch zu niedrige Kaufpreise können sich in der schnellebigen Konsumlandschaft schnell zum Nachteil entwickeln.

Bei der Erstellung des Stärken-Schwächen-Profils kann ein Fragenkatalog zur Hilfe genommen werden.

Um die eigenen Stärken und Schwächen zu definieren, müssen wie erwähnt, so gut wie alle Teilbereiche der Firma beleuchtet werden. Um dir diesen Schritt zu erleichtern haben wir einen Fragenkatalog mit einigen Beispielen vorbereitet.

  • Mitarbeiter: Sind genügend motivierte und qualifizierte Mitarbeiter vorhanden?
  • Angebot: Sind unsere Produkte und Dienstleistungen für die Zielkunden attraktiv genug?
  • Organisation: Sind unser Standort und die Qualität der Produktionen geeignet, um im Zielmarkt bestehen zu können.
  • Finanzen: Ist ausreichend Budget vorhanden, um Maßnahmen im Zeichen der aktuellen Trends umzusetzen?

Mit der Beantwortung dieser Fragen kann nun die Grundlage dafür gelegt werden, dass entsprechend gehandelt wird. Die wichtigsten Trends der eigenen Nische musst du nun anhand des Stärken-Schwächen-Profils bewerten. Daraus erkennst du ob es sich jeweils um eine Chance oder eher ein Risiko handelt.

Die wichtigsten Chancen und Risiken müssen nun mit den Stärken und Schwächen vereinbart werden – anhand dieser Tabelle wird es hoffentlich eindeutig, welche Schritte du zur Verbesserung der Situation setzen kannst.

Welche Vor- und Nachteile bietet die SWOT-Analyse?

Der Einsatz der SWOT-Analyse ist wie du nun feststellen konntest, ein einfach zu nutzendes Werkzeug mit großem Effekt. Im Zuge deiner betrieblichen Abläufe solltest du dich jedoch nicht exklusiv darauf verlassen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann sich der Einsatz der SWOT-Analyse auch als Defizit erweisen. Damit dir dies nicht passiert haben wir einige Vor- und Nachteile dieser Methode für dich zusammengefasst.

Vorteile:

  • Einfache Visualisierung
  • Reduzierung der Komplexität
  • Anwendbar für verschiedene Teilbereiche
  • Umfassende Analyse

Nachteile:

  • Differenzierung einzelner Faktoren oft schwierig
  • Unzureichende Faktoren bedeuten unzureichende Ergebnisse
  • Vergleich mit Mitbewerbern oft schwierig
  • Hoher Rechercheaufwand notwendig

In diesem Zusammenhang ist auch entscheidend, inwieweit du die gesammelten Daten der SWOT-Analyse nutzen kannst. Ein weiteres Defizit kann auch sein, dass es sich hier ausschließlich um eine Momentanaufnahme handelt. Aufgrunddessen erfordert der Einsatz dieses Werkzeuges einen kontinuierlichen Prozess. Regelmäßige Überprüfungen und Erneuerungen sind verpflichtend, wenn du mit der SWOT-Analyse langfristige Planungen und Ziele umsetzen willst.

Auf welche Fehler sollten in Kombination mit der SWOT-Analyse besonders geachtet werden?

Die Erstellung der SWOT-Analyse erfordert Präzision. Nicht alle Unternehmen befolgen jedoch diesen Grundsatz und arbeiten in weiterer Folge mit unzureichenden Ergebnissen weiter. Bei der Nutzung dieses Werkzeuges treten dabei bestimmte Fehler besonders häufig auf.

Oft wird eine SWOT-Analyse durchgeführt, ohne dass davor eine gewünschter “Soll”-Zustand definiert wird. Nutzt du das Analysetool, sollten die Berechnungen auf Basis eines oder mehrerer festgelegter Ziele erfolgen. (Bildquelle: Pixabay / StartupStockPhotos)

In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, dass die betreffenden Bereiche möglichst strikt auseinandergehalten werden. Externe Chancen werden sehr gerne mit internen Stärken verwechselt. Die SWOT-Analyse per se ist auch keine Strategie für zukünftige Schritte. Sie kann als Weg zum Ziel genutzt werden – wenn du nach Strategien suchst, erhältst du hiermit jedoch nur die notwendigen Basisinformationen.

Fazit

Um sich als Unternehmen weiterzuentwickeln, kann die SWOT-Analyse ein wertvolles Tool sein. Es ist einfach zu erstellen, bietet eine tolle Übersicht und kann auf eine Vielzahl von Bereichen eingehen – eine bessere Ausgangslage für die Bestimmung weiterer Maßnahmen ist kaum vorhanden.
Allerdings musst du dich auf Arbeit einstellen. Die Recherche für ein komplettes Bild kann sehr lange dauern und eine Menge zeitlicher und personeller Ressourcen einfordern. Deswegen solltest du dich sorgfältig und gründlich an das Projekt wagen – nur so wird sich der hohe Aufwand im Endeffekt auch lohnen.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.managementkompetenzen.com/swot-analyse/index.html

[2] https://www.projektmagazin.de/methoden/swot-analyse

Bildquelle: athree23 /pixabay

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